20.01.2013

Mein Versuch: Jaffa Cakes


Als meine Schwägerin neulich eine Jaffa Cake Torte serviert hat und ich mit meinem Bruder gewetteifert habe, wer die Kekse am unaufälligsten von der Torte stibitzt, habe ich mir die Frage gestellt, ob man diese Teile nicht auch selbst machen könnte.

Solche Ideen habe ich öfter und meistens ist es Quatsch, wie auch hier, weil es viel bequemer ist das Produkt im Laden zu kaufen, aber irgendwie ist der Ehrgeiz dann doch geweckt.

Wenn ihr euch mein Geblubber sparen wollte, könnt ihr euch einfach hier eine PDF-Datei mit dem Rezept herunterladen: Download Rezept

Nun also Jaffa Cakes. Der trockene Teil sollte aus Biskuit bestehen, so viel war mir schon mal klar.
Check! ✔

Wie bekomme ich die Form hin?
Einfach eine Teigplatte und Kreise ausstechen? Nein, ich wollte keine fusseligen Ränder.
Auf Backpapier aufspritzen? Ich war mir nicht sicher, ob und wie sehr der Teig verläuft ohne Form.
In einem Muffinblech? Könnte klappen, aber so groß wollte ich sie gar nicht haben.
Nach einer Weile ist mir dann meine Macaronsmatte eingefallen. Die Markierungen haben ungefähr die richtige Größe und sollten auch das Verlaufen verhindern.
Check! ✔

Dann dieser "Glibbertaler". Aus Saft mit Gelatine? Aber eigentlich ist das der Teil, der mir gar nicht sooo gefällt: die Konsistenz dieses Talers.
Also, das Ganze ein bisschen cremiger.
Vielleicht Marmelade? Nö, hab nur Erdbeere im Haus.
Götterspeise mit etwas Milch oder Sahne. Nee, lass mal.
Mit Saft gekochter Pudding? Joah, könnte klappen.
Check! ✔

Als Guss soll dann natürlich dunkle Schokolade herhalten.
Check! ✔

In der Theorie war ich dann soweit. Auf zur Praxis. Was jetzt kommt ist vielleicht etwas wirr. Rezeptanweisungen sind normal geschrieben, meine Gedanken in kursiv.

Für den Biskuit
1 Ei
25g Zucker
1 EL Saft nach Wahl
1 TL Orangenschale
2 TL Vanillepuddingpulver (wer das nicht will nimmt Stärke oder nur Mehl)
2 EL Mehl (beides soll zusammen um die 35g ergeben)

Das Ei mit dem Zucker, Orangenschale und dem Schuss Saft, wie für einen Biskuit, hellschaumig aufschlagen. Ich schlage immer so lange bis es aussieht wie ein cremiger, fluffiger Vanillepudding, den ich gerne essen würde.

Die Stärke/Mehl-Mischung drüber sieben und vorsichtig unterheben bis eine schöne Biskuitmasse entsteht.

Den Backofen auf 180°C vorheizen.

Die Masse in einen Spritzbeutel füllen, eine kleine Ecke abschneiden und wie für Macarons in die Markierungen spritzen. Nicht zu viel pro Keks, der Teig verläuft noch etwas.

Bei mir hat diese Menge genau für die 28 Kreise auf meiner Matte gereicht.
Das Blech mit der Macaronsmatte für ca. 10 - 12 Minuten backen bis die Oberfläche fest und schön goldbraun ist. Danach die Matte vom Blech ziehen und auskühlen lassen.

Für die Fruchtmasse
300ml Saft nach Wahl
1 Pck. Vanillepuddingpulver zum Kochen
Zucker nach Bedarf
Ich hatte noch einen Rest Ananas-Maracuja-Saft von Natreen. Da ich diesen sehr süß finde, habe ich keinen weiteren Zucker hinzugefügt, aber einen Spritzer Zitrone dazugegeben. Bei natürlichem Orangensaft darf sicher noch etwas Zucker dazu.

Ein Teil des Safts zurückbehalten und damit das Pulver anrühren. Den Großteil des Saftes zum Kochen bringen und die Stärke/Saft-Mischung einrühren. Von der Platte nehmen und durch Rühren geschmeidig halten.

Währenddessen die Kekse vorsichtig von der Matte lösen und mit der glatten Oberfläche nach oben auf ein Backblech oder Arbeitsblech legen.

Die Fruchtmasse war immer noch sehr warm, aber nicht mehr so, dass ich Angst hatte, dass sie mir verläuft.
Die Masse nun mit einem Teelöffel auf den Keksen verteilen. Wenn man einen hitzebeständigen Spritzbeutel hat, könnte man das auch sicher damit machen, aber ansonsten stelle ich mir das eher schmerzhaft vor. Bitte auch darauf achten, nicht von dem Löffel zu naschen. Winzige Mengen Speichel können die Stärke auflösen und dann wird der Fruchtpudding flüssig.


Die Masse auf den Keksen nun auch wieder auskühlen lassen. Ich habe sie einfach eine halbe Stunde in den Vorbau (auf hochdeutsch heißt das glaube ich Erker) gestellt.

Für den Guss habe ich etwas Reste verwertet.
Für den Guss
100g Kakaohaltige Fettglasur
30g Zartbitterschokolade
Glasur und Schokolade in der Mikrowelle schmelzen.

Die Kekse hatte ich derweil auf meinem Pralinengitter drapiert

Den Guss nun über die Kekse geben und verteilen, so dass er komplett bedeckt ist, ein Teelöffel pro Keks sollte reichen.

Die Kekse sofort vom Gitter nehmen, da sie sonst antrocken und beim Lösen brechen könnten.

Wenn man möchte, kann man nach dem Abkühlen der dunklen Glasur noch feine Streifen aus weißer Schokolade drübergeben.

So sehen sie dann von innen aus.

Das war also mein Versuch, Jaffa Cakes selber zu machen.

Die Konsistenz ist, wie ich das gewollt hatte, cremiger als die des Originals. Der Geschmack hängt natürlich davon ab, welchen Saft man genommen hat.
Was ganz anderes wäre natürlich eine Schoko-Schoko-Variante aus Schokobiskuit mit einer festen Schokopuddingmasse oder gar Schokomousse. Okay, ich hör lieber mal auf...

Kommentare:

  1. Biskuit und ich koennen zwar nicht so gut miteinander, aber fuer die suessen kleinen Kekse werde ich gerne ueber meinen Schatten springen. Deine Idee fuer eine Schoko-Schoko-Schoko-Variante klingt auch seeehr verfueherisch :o)

    liebe Gruesse,
    Persis

    AntwortenLöschen
  2. Freut mich, dass du es ausprobieren möchtest. Ganz so fluffig wie Tortenbiskuit muss es ja gar nicht werden.
    Die Schokoschock-Variante spukt mir auch noch im Kopf rum, bin aber bisher noch nicht dazu gekommen.

    AntwortenLöschen
  3. Danke für die schöne Anleitung, ich erwarte nächste Woche meine Macaronmatte, dann werden die Jaffa Cakes ausprobiert.
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  4. Wirklich ein tolles Rezept. Habs gestern ausprobiert
    und meine Familie war begeistert.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Super, so was freut mich immer zu hören. Schön, dass es so gut angekommen ist.

      Löschen
  5. Wow - super - danke für das Rezept - werde ich nächste Woche gleich mal ausprobieren.
    Mein Freund und ich lieben Jaffa Cake - haben aber leider eine Weizenmehlunverträglichkeit bzw. sollten so gut es geht auf Weizen verzichten. Dh. Jaffa Cake sind eigentlich tabu für uns.
    Werde das ganze also Mal mit Dinkelmehl ausprobieren. Hoffentlich wird's was... ;-)

    AntwortenLöschen