03.05.2014

Ombre Cake mit Erdbeercurd

Mein Patenkind wird morgen konfirmiert und da ich leider immer noch nicht besonders gut zu Fuß unterwegs bin, beschränkt sich meine Hilfe bei den Vorbereitungen auf's Backen.

Meine Schwägerin hat mir freie Hand gelassen ("mach was Schönes") und ich hatte mich ziemlich schnell auf einen Ombre Cake eingeschossen. Letzte Woche habe ich schon mal ein Probetörtchen gemacht. Eigentlich ist der Aufwand gar nicht so arg groß, aber wenn es immer nur ein paar Minuten am Stück auf den Beinen aushält, zieht sich der ganze Prozess tierisch in die Länge. Eigentlich hatte ich mit mir selbst vereinbart, auf Cupcakes umzusteigen. Allerdings ist die Probetorte so gut bei meinem Patenkind angekommen, obwohl er Torten gar nicht so mag, dass ich mich doch noch mal dran gemacht habe.
Zur Feier des Tages bekommt die Torte auch einen "ombre" Anstrich von außen. Die Fotos vom Anschnitt sind von der Probetorte, wo ich noch vier statt jetzt fünf Böden verarbeitet habe. In die Konfirmationstorte kann ich leider noch nicht reinlinsen, auch wenn es mir in den Fingern juckt :D


Nach dem Gerede jetzt also zum Rezept. Für die Böden habe ich ein neues Lieblingsrezept. Das Ursprungsrezept stammt aus dem Buch Sally's Baking Addiction: Irresistible Cupcakes, Cookies, and Desserts for Your Sweet Tooth Fix. Wie man es bei mir gewohnt ist, mit ein paar kleinen Änderungen. Die Böden finde ich deshalb so toll, weil sie ähnlich wie Velvet Cake, oder Samtkuchen, auf der Zunge zergehen. Sie sind recht schwer, aber dafür sehr saftig, so dass man kaum Füllung braucht.
Für 5 Böden à 18 cm
220g Butter
300g Zucker
2 Eier
120g Joghurt/Quark/Frischkäse/Saure Sahne

400g Mehl
1 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1 Prise Salz

350ml Milch

Aromen nach Wahl
Zunächst die Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze zerlassen. Etwas abkühlen lassen.
In der Zeit kann man schon mal die Backformen vorbereiten (mit Backpapier auslegen oder mehlen) und den Backofen auf 180°C vorheizen. Ich habe drei Backformen à 18cm von verschiedenen Herstellern, aber 18cm sind wohl leider nicht gleich 18cm. Alle drei liefern verschiedene Böden. Ich habe den Teig dann in den zwei Formen gebacken, die noch am ehesten übereinstimmen.

Die trockenen Zutaten (Mehl bis Salz) abwiegen und mit einem Schneebesen kurz verrühren. Im Prinzip kann man den ganzen Teig mit dem Schneebesen anrühren.
Den Zucker in eine große Schüssel geben und die Butter darübergießen. Gründlich miteinander verrühren und nacheinander die Eier und schließlich den Joghurt (oder ähnliches, s.o.) hinzugeben. Nun noch abwechselnd Mehl und Milch unterrühren bis ein schöner Teig entstanden ist. Nicht so lange rühren!

Ich habe etwas über 1500g Teig rausbekommen. Für jeden Boden habe ich ca. 280g in eine kleinere Schüssel gegeben und von hellblau bis dunkelblau mit entsprechend weniger oder mehr Farbe eingefärbt (Ich habe Blautöne von Wilton und Americolor benutzt). Die ersten beiden hellsten Böden haben noch einen Grünstich, was natürlich an der leicht gelblichen Teigbasis liegt.Man sollte den Teig in helle Schüsseln geben, weil bei einer bunten oder dunklen Schüssel die Farbe anders wirken kann.
Die ersten beiden Böden habe ich für knapp 20 Minuten (am besten ab 15 Minuten prüfen) im Backofen gebacken.
Da ich ja nur zwei Backformen hatte, habe ich nur kurz gewartet bis man den Rand anfassen kann, habe die Böden gelöst und die Backform etwas gereinigt bevor es mit der nächsten Tour weiterging. In gleicher Art und Weise alle fünf Böden backen und auskühlen lassen.

Für das Erdbeercurd
250g Erdbeeren (frisch und gesäubert oder aufgetaut)
80g Zucker
30g Butter
1 Ei
1 Spritzer Zitrone
Die Erdbeeren mit dem Zucker in einen Topf geben und leicht köcheln lassen bis die Beeren zerfallen. Für ein ganz glattes Curd die Masse noch mit einen Pürierstab pürieren. Den Topf vom Herd ziehen und die Platte auf niedrige Stufe zurückstellen. Die Butter zu dem Erdbeerpürree geben und einrühren. Nun noch das Ei gründlich mit kräftigen Schneebesenbewegungen einrühren. Den Topf zurück auf die Platte stellen. Das Curd soll nicht wallend kochen, wir wollen ja kein Erdbeerrührei machen ;) Ich habe die Temperatur so geregelt, dass ab und an mal ein kleines Blubberchen an die Oberfläche kam. Unter fleißigem Rühren so weiter eindicken lassen. 10 Minuten reichen für ein streichfähiges Curd.
Ich habe gleich die doppelte Menge gemacht, weil man das Curd super auf Brot, Brötchen oder zum Dessert essen kann. Die doppelte Menge hat bei mir genau in ein luftdichtes Lock&Lock-Gefäß mit 730ml gepasst. Das Curd zum Abkühlen in den Kühlschrank stellen.

Für das Frosting
600ml Sahne
150g Zucker
6 - 8 TL Kaltrührpudding (wie Paradiescreme)
Was Frostings anbelangt, habe ich mittlerweile aufgegeben. Diese ganzen amerikanischen Buttercremes haben zwar eine tolle Konsistenz, aber wer kann sowas essen, wo bei einer kleineren Torte 1 Kilo Puderzucker im Frosting ist? Ich habe verschiedene Versionen probiert, aber ich krieg das süße Zeug einfach nicht runter. Dann greife ich doch lieber auf die Chemie im Puddingpulver zurück. Viel bedenklicher kann das im Vergleich dann auch nicht sein.
Nun gut, jedenfalls die Sahne mit dem Zucker cremig aufschlagen bis sie die Konsistenz von weichem Pudding hat. Dann das Puddingpulver dazugeben und steif schlagen. Die Sahne wird so sehr stabil und bekommt mehr Dichte.
Für das Füllen der Torte, gebe ich den untersten Boden auf eine mit Backpapierstreifen ausgelegte Platte. Das Backpapier kann man später einfach wegziehen. So bleibt die Tortenplatte schön sauber.
Ein Teil der stabilisierten Sahne habe ich in einen spritzbeutel gegeben und die Spitze abgeschnitten. Zuerst spritze ich mit der Sahne einen Ring am Rand entlang. Innerhalb dieses Ringes verteile ich einen großzügigen Esslöffel des Erdbeercurds. Mit dem Spritzbeutel trage ich den Rest der Sahneschicht auf. Mit einer Palette lässt sich die Sahne hier nicht gut verteilen, weil sie sonst mit dem Curd verschmiert. Dann wird der nächste Boden aufgesetzt und leicht angedrückt. Bei den nächsten Böden wird genauso vorgegangen bis man beim Deckel angelangt ist. Den Rest aus dem Spritzbeutel gebe ich wieder in meine große Sahneschüssel.
Mit einer großen Palette trage ich eine dünne Sahneschicht um den Kuchen herum auf. Einmal um die Krümel zu binden und auch, um eine gleichmäßige Basis zu haben.

Jetzt kommt der spaßige Teil. Für das Ombrefrosting nehme ich 2 x 2 großzügige Esslöffel (für die unteren beiden Schichten) und 1 x 3 großzügige Esslöffel (für die oberste Schicht und Oberseite) Sahne ab und färbe sie in drei Blautönen von dunkel zu hell. Das dunkelste Frosting wird seeeehr großzügig im unteren drittel der Torte verteilt. Dabei noch nicht verstreichen, sondern einfach nur dick auftragen. Keine Angst, die Sahneschicht wird nicht so dick. Das meiste wird nachher wieder abgetragen. Den zweiten Blauton genauso in der Mitte der Torte auftragen. Den letzten und hellsten Blauton auf der Torte und am Rand entlang im oberen Drittel verteilen. Die Oberfläche der Torte jetzt schon glätten, weil man später nicht mehr so viel Streichen sollte. Jetzt mit einer großen Palette vertikal zum Boden am Rand entlang gehen. So verschilzen die Farben miteinander und der Überschuss wird abgetragen. Den Überschuss immer an einer Schüssel abstreifen und die Palette reinigen. Ich hatte ein Glas heißes Wasser auf dem Tisch stehen, in das ich die Palette nach dem Abstreifen hineingetunkt (und abgetrocknet) habe. Durch die Wärme fährt es sich gleich noch leichter über die Sahne. Ich bin nur einmal mit der Palette um die Torte gefahren. Je öfter man darüber streicht, desto weniger erkennt man die Farbübergänge.
Und das war es auch schon. Nur noch das Backpapier unter der Torte wegziehen. Die Torte sollte nicht so lange auf dem Backpapier stehen, da dieses sonst aufweichen könnte und sich so nur schwer herausziehen lässt.


1 Kommentar:

  1. Die Torte sieht wirklich super aus! Ich gehe davon aus, dass sie auch sehr gut geschmeckt hat.

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